Metallarbeitgeber kritisieren Warnstreiks als „unangemessen“

Präsident Kirchhoff: „IG Metall sollte Politik der verschränkten Arme aufgeben“

Arndt G. Kirchhoff, Präsident METALL NRW, im Gespräch mit der Presse.

06.02.2015

Die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber haben die IG Metall aufgefordert, sich konstruktiver als bisher mit dem „sehr fairen“ Angebot der Arbeitgeber auseinanderzusetzen. Den Verhandlungsprozess bezeichnete der Präsident und Verhandlungsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, nach der 3. Verhandlung für die 700.000 Beschäftigten der M+E-Industrie in NRW als „ausgesprochen zäh und mühsam“. Die massive Warnstreikwelle, mit der die Gewerkschaft seit Ende der Friedenspflicht die Betriebe in Nordrhein-Westfalen überzogen habe, sei weder angemessen noch zielführend. „Ich hoffe, dass die
Gewerkschaft ihre Politik der verschränkten Arme aufgibt und zeigt, dass sie mit uns gemeinsam eine tragfähige Lösung erreichen will.“

Grundsätzlich könne er nicht nachvollziehen, so Kirchhoff, warum die IG Metall nach wie vor ein Angebot ablehne, das den Beschäftigten rund 100 Euro mehr gewähre. „Derzeit ist das nominale Plus gleich dem realen Plus“, erklärte der Metallarbeitgeberpräsident mit Blick auf die niedrige Inflation. Er warnte die
IG Metall erneut, die M+E-Unternehmen tarifpolitisch zu überfordern. Das Arbeitgeberangebot erreiche in NRW bereits ein Kostenvolumen von fast 900 Millionen Euro. Für manches Unternehmen sei damit bereits die Grenze der Belastbarkeit erreicht.

Kirchhoff forderte die IG Metall zu einem wirklichkeitsnäherem Umgang mit den qualitativen Themen der Tarifrunde 2015 auf. „Wenn 95 Prozent unserer Unternehmen Weiterbildung durchführen, dann haben wir hier grundsätzlich keinen tarifpolitischen Regelungsbedarf“, betonte Kirchhoff. Die Arbeitgeber seien bereit, die betriebliche Wirklichkeit bei der Weiterbildung in den einschlägigen Tarifverträgen abzubilden und sich überdies noch stärker um An- und Ungelernte zu kümmern.

Die IG Metall könne auch nicht erwarten, dass die Metallarbeitgeber den ohnehin fatalen beschäftigungspolitischen Effekt der Einführung der Rente mit 63 auch noch durch weitgehende tarifvertragliche Ansprüche flankierten. „Was die Beschäftigung Älterer angeht, fährt der Zug sozial- und tarifpolitisch gerade in die völlig falsche Richtung“, erklärte Kirchhoff.