Konjunkturumfrage von METALL NRW zum Jahreswechsel 2012/2013

Unternehmen pessimistisch, Aufträge rückläufig, Beschäftigung noch stabil

Präsident Maier-Hunke: „Jede Zusatzbelastung der Unternehmen vermeiden“

10.01.2013 Die Unternehmen der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie gehen „mit deutlich mehr Skepsis ins neue Jahr 2013“ als noch vor Jahresfrist. Dies ist das Ergebnis einer am Donnerstag in Düsseldorf vorgelegten aktuellen Konjunkturumfrage des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW) unter mehr als 1.000 Betrieben mit 223.000 Beschäftigten. Wie der Verband mitteilte, seien die Umfrageergebnisse Ausdruck einer schwächeren Konjunktur und einer wachsenden Verunsicherung der Unternehmen.

Erwartungen: Danach erwarten in den kommenden sechs Monaten mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen (53 Prozent) gleichbleibend schlechte oder schlechtere Geschäfte, zum Jahreswechsel 2011/2012 lag die Quote noch bei 39 Prozent. Gleichbleibend gute Geschäfte prognostiziert mit 34 Prozent immerhin noch ein Drittel der Unternehmen, vor einem Jahr lag der Anteil noch bei 47 Prozent. Konstant zeigt sich das Lager der Unternehmen, das mit besseren Umsätzen rechnet (13 Prozent gegenüber 14 Prozent im Vorjahr).

Geschäftslage: „Sichtbar schlechter“ als noch vor Jahresfrist bewertet die nordrhein-westfälische M+E-Industrie die aktuelle Wirtschaftslage: 23 Prozent der befragten Unternehmen bezeichnen ihre gegenwärtige Geschäftslage als schlecht (2011/12: 12 Prozent), 24 Prozent sprechen von guten Geschäften (2011/12: 34 Prozent). Konstant mit 53 Prozent ist die Zahl der Betriebe, die die Geschäftslage derzeit als befriedigend bewerten (2011/12: 54 Prozent).

Auftragslage: Eine Eintrübung prognostizieren die Unternehmen auch für die Ordereingänge in den nächsten sechs Monaten: Fast 56 Prozent rechnen mit einer gleichbleibend schlechten oder schlechteren Auftragslage aus dem Inland. Im Vorjahr lag die Zahl der Pessimisten noch bei 39 Prozent. Ein vergleichbares Bild ergibt der Blick auf die Auslandsaufträge: Knapp 53 Prozent zeigen sich hier insgesamt skeptisch, vor Jahresfrist lag die Quote noch bei 42 Prozent.

Beschäftigung: In „unter dem Strich überraschend stabiler Verfassung“ präsentiert sich die Beschäftigungslage in der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie. Etwa drei von vier Firmen (73 Prozent) gaben an, die Belegschaften in den kommenden sechs Monaten halten zu wollen. Im Vorjahr waren es nur zwei von drei Firmen (66 Prozent). Deutlich zurückhaltender verhalten sich die Betriebe indes beim Thema Neueinstellungen. Nur 14 Prozent wollen im nächsten Halbjahr Stellen schaffen, im Vorjahr lag die Quote noch doppelt so hoch (29 Prozent). Erkennbar gestiegen ist dagegen die Zahl der Unternehmen, die mit Entlassungen rechnen: 13 Prozent gaben an, Arbeitsplätze abbauen zu wollen, im Vorjahr waren dies nur 5 Prozent. 17 Prozent der Unternehmen planen für das erste Halbjahr Kurzarbeit (2011/12: 5 Prozent), Mehrarbeit fällt bei etwa 5 Prozent der Betriebe an (2011/12: 11 Prozent).

Ausbildung: Erfreuliches melden die Unternehmen beim Thema Ausbildung: Die große Mehrheit der Betriebe – etwa 78 Prozent – wird ihr ohnehin hohes Ausbildungsniveau beibehalten, die Zahl der Ausbildungsplätze wird sich bei 11 Prozent der Unternehmen sogar erhöhen.

Wirtschaftliche Aussichten unübersichtlich - Belastungen von Unternehmen fernhalten

„Der wachsende Pessimismus der Unternehmen ist Ausdruck der unsicheren Entwicklung im neuen Jahr“, sagte der Präsident der nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeberverbände, Horst-Werner Maier-Hunke. Nach wie vor drückten die ungelöste Schuldenkrise in Südeuropa und die nachlassende Weltkonjunktur auf die Stimmung. Auch der fehlende Masterplan für die politisch gewollte Energiewende sorge für zusätzliche Ungewissheit. Er rechne für 2013 zwar nicht mit einer Rezession, allerdings blieben die Aussichten für den wichtigsten Industriezweig Nordrhein-Westfalens unübersichtlich. Angesichts immer kürzerer Zyklen und heftigerer Ausschläge der Konjunktur sei es oberstes Gebot, weitere Belastungen von Unternehmen fernzuhalten. Dies gelte insbesondere für kostenerhöhende energiepolitische Vorhaben und unnötige Alleingänge der Landesregierung beim Klimaschutz.

Mit „Freude und Erleichterung“ erfülle ihn die Ankündigung der M+E-Unternehmen, auch im Jahr 2013 an einer beschäftigungssichernden Personalpolitik festhalten zu wollen. „Das ist eine gute Nachricht für Nordrhein-Westfalen.“ Mit Blick auf das anhaltend hohe Ausbildungsniveau erklärte Maier-Hunke, die Metall- und Elektroindustrie festige damit ihren hervorragenden Ruf als Ausbildungsbranche in NRW.