METALL NRW: Forderung der IG Metall unverträglich und überhöht

Präsident Maier-Hunke: „Wenig wachsen und viel verteilen passt nicht zusammen“

13.03.2013  Die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber haben die Forderung der IG Metall NRW nach Einkommensverbesserungen von 5,5 Prozent für die Beschäftigten dieses Industriezweigs als „unverträglich für die Konjunktur und damit überhöht“ zurückgewiesen. Der Präsident und Verhandlungsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Horst-Werner Maier-Hunke, erklärte am Mittwoch in Düsseldorf, der Spielraum für Lohnerhöhungen sei angesichts des erwarteten Produktions-Wachstums von nur 0,5 Prozent deutlich eingeschränkt. „Ein laues Auf ohne Schwung in der Produktion und ein kräftiges Mehr bei den Löhnen kriegen wir für das Jahr 2013 nicht zusammen“, sagte der Arbeitgeberpräsident.


Die Unternehmen der nordrhein-westfälischen M+E-Industrie hätten 2013 bereits eine Mehrbelastung von fast 1,3 Prozent aus dem Tarifabschluss 2012 zu tragen. „Der Lohn-Rucksack ist so ohnehin schon ordentlich gefüllt“, betonte Maier-Hunke. Eine auch nur annähernde Umsetzung der Forderung der IG Metall obendrauf sei für die Betriebe nicht mehr zu schultern. Sie passe auch nicht zur heterogenen Lage der Branche, in der mehr als ein Viertel der Betriebe Verluste oder eine schwarze Null schreibe.


Der Metallarbeitgeberpräsident warnte die IG Metall davor, die im weltweiten Vergleich ohnehin als Hochlohnbranche geltende deutsche M+E-Industrie in jeder Tarifrunde permanent an die Grenzen ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zu treiben. „Irgendwann wird es schwer, beschäftigungsfreundliche Personalpolitik einerseits und spürbare Reallohnzuwächse andererseits in harmonischen Einklang zu bringen“, erklärte Maier-Hunke. Durchschnittseinkommen in der M+E-Industrie in NRW von inzwischen 45.000 Euro jährlich und Vergütungen für Ungelernte ab 2.000 Euro monatlich in der Entgeltgruppe 1 müssten von den Unternehmen erst einmal auf den Weltmärkten verdient werden. „Diese Schraube lässt sich jedoch nicht Jahr für Jahr bis zum Anschlag weiterdrehen“, sagte Maier-Hunke. Angesichts fehlender wirtschaftlicher Dynamik sei es jetzt Zeit für eine Verschnaufpause.