Metall im Trend - 2. Quartal 2018

Gesamtumsatz der nordrhein-westfälischen Metall und Elektroindustrie steigt

28.08.2018

Produktion
Im zweiten Quartal 2018 musste die nordrhein-westfälische Metall- und Elektroindustrie im Vergleich zum Vorquartal einen Rückgang der Produktionsleistung von 0,9 Prozent (saison- und arbeitstäglich bereinigt) verzeichnen – allerdings auf hohem Niveau. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Produktionsleistung um 2,9 Prozent.

Im Vorquartalsvergleich konnten lediglich die Maschinenbauer (+0,8 Prozent) zulegen, während in den übrigen Branchen die Produktionsleistung im Vergleich zum Vorquartal zurückging. Die Produktion der Automobilbranche sank um 2,0 Prozent, die der Hersteller von Metallerzeugnissen um 1,8 Prozent.  Die Hersteller von DV-Geräten sowie elektronischen und optischen Erzeugnissen mussten nach sechs Quartalen Wachstum ebenso Federn lassen, die Produktion sank um 1,1 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnten hingegen fast alle Teilbranchen der Metall- und Elektroindustrie zulegen. Der Automobilbau legte um 9,5 Prozent zu, der Maschinenbau um 4,3 Prozent, die Hersteller von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen um 3,0 Prozent, die Hersteller von elektrischen Ausrüstungen um 1,3 Prozent. Lediglich die Hersteller von Metallerzeugnissen mussten einen Rückgang von 0,8 Prozent hinnehmen.  

Auftragseingänge
Im Vergleich zum ersten Quartal 2018 sanken die Aufträge der nordrhein-westfälischen Metall- und Elektroindustrie im zweiten Quartal 2018  um 2,5 Prozent. Dabei entwickelte sich die Auslandsnachfrage mit -4,0 Prozent besonders unerfreulich. Die Binnennachfrage sank leicht um 0,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entwickelten sich die Aufträge positiv. Die Inlandsnachfrage stieg um 6,2 Prozent, die Auslandsnachfrage um 3,5 Prozent, was zu einem Gesamtanstieg von 4,8 Prozent führte.

Nur die Hersteller von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen konnten im Vergleich zum Vorquartal zulegen (+11,2 Prozent). Positive Impulse kamen dabei aus dem In- als auch aus dem Ausland (+15,6 und +8,1 Prozent). Die Maschinenbauer konnten mit einem Plus von 1,4 Prozent zwar eine Steigerung der Inlandsnachfrage erzielen, die Auslandsbestellungen sanken jedoch um 9,9 Prozent, was zu einem Rückgang von insgesamt 5,8 Prozent führte.

Umsatz
Der Gesamtumsatz der nordrhein-westfälischen Metall und Elektroindustrie stieg im zweiten Quartal 2018 im Vergleich zum Vorquartal um 2,4 Prozent. Das Auslandsgeschäft legte dabei um 2,3 Prozent zu. Insgesamt wurden zuletzt knapp 53 Prozent des Gesamtumsatzes auf ausländischen Märkten erwirtschaftet. Mit Blick auf die einzelnen Branchen zeigt sich, dass die Automobilbranche die schwächste Entwicklung mit einem Minus von 4,2 Prozent hinnehmen musste. Grund dafür war ein deutlicher Rückgang des Auslandsumsatzes um 5,9 Prozent. Deutlich positiver entwickelte sich hingegen der Umsatz im Maschinenbau mit einem Plus von 7,9 Prozent, der Auslandsumsatz stieg um 10,9 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stiegen die Umsätze der Metall- und Elektroindustrie um 7,9 Prozent. Insbesondere die Hersteller von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen konnten ein sattes Umsatzplus binnen eines Jahres verzeichnen. Das Auslandsgeschäft wuchs um 19,2 Prozent, der Gesamtumsatz um 29,5 Prozent.

Beschäftigung
Im Monat Juni waren in den hiesigen Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigten 713.746 Personen tätig. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum ist das ein Zuwachs von 18.490 Beschäftigten oder 2,7 Prozent. In der Quartalsbetrachtung konnte die Beschäftigung um 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zulegen. Die Dynamik setzt sich seit Mitte des letzten Jahres damit auch im zweiten Quartal 2018 fort, wenngleich sich viele Unternehmen weiterhin mit einem Arbeitskräfteengpass konfrontiert sehen.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum stieg die Beschäftigung in allen Branchen – nur im Automobilbau stagnierte sie. Im Maschinenbau arbeiteten zuletzt 3,9 Prozent mehr Personen als vor einem Jahr, bei den Herstellern von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen waren es sogar 5,2 Prozent mehr.

Während im ersten Quartal noch in Sonderfaktoren, wie Streik und Grippe, Erklärungsansätze für die schwächere Dynamik zu finden waren, ist das Bild im zweiten Quartal weniger scharf. Auf der einen Seite stehen eine Kapazitätsauslastung, die über dem langjährigen Durchschnitt liegt, sowie ein Rekordstand bei der Reichweite der eingegangenen Aufträge. Auf der anderen Seite stehen eine schwache Entwicklung der Auftragseingänge im ersten Halbjahr 2018 sowie eine sich eintrübende Stimmung der Unternehmen, wenngleich die Stimmung im August deutlich nach oben korrigiert wurde. Die vollen Auftragsbücher dürften daher zunächst abgearbeitet werden, ohne dass Signale vernommen werden, die eine deutlichere Ausweitung der Kapazitäten nötig erscheinen ließe.  Dafür spricht, dass die Ausrüstungsinvestitionen deutschlandweit zuletzt nur noch moderat gestiegen sind. Das Wachstumstempo aus dem vergangenen Jahr (2017: +3,7 Prozent) wird im laufenden Jahr kaum zu halten sein, wenngleich unterm Strich ein guter Zuwachs zu erwarten ist.

(Quelle: IT.NRW; eigene Berechnungen.)