NRW-Metallarbeitgeber: IG Metall überschreitet die Grenzen der Belastbarkeit der Unternehmen

Präsident Kirchhoff: „Forderungs-Paket für Tarifrunde unverantwortlich hoch“

24.10.2017

Als „unverantwortlich hoch“ haben die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber die Forderung nach Entgelterhöhungen von  sechs Prozent und einem individuellen Anspruch zur Arbeitszeitverkürzung mit Teillohnausgleich für die 700.000 Beschäftigten des größten Industriezweigs in NRW zurückgewiesen. Der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, erklärte am Dienstag in Düsseldorf, eine auch nur annähernde Umsetzung beider Forderungen würde die Grenzen der Belastbarkeit der Unternehmen bei weitem überschreiten. Er habe kein Verständnis dafür, dass die IG Metall die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und damit viele Arbeitsplätze derart gefährde. Ein Jung-Facharbeiter erreiche bereits direkt nach der Ausbildung ein Jahreseinkommen von fast 40.000 Euro. „Davon kann so mancher Akademiker nur träumen“, sagte Kirchhoff. Auch vor diesem Hintergrund sei das Forderungs-Paket zur Tarifrunde 2018 „völlig wirklichkeitsfremd“.

Alles in allem seien die überzogenen Forderungen „keine Werbeveranstaltung für eine Mitgliedschaft in einem Tarifverband“, so Kirchhoff. Die Gewerkschaft habe eine hohe Verantwortung für die Zukunftsfähigkeit des Flächentarifvertrages. Mehr Tarifbindung schaffe man mit guter Tarifpolitik, nicht aber mit stetiger Überforderung einer Seite. Der NRW-Metallarbeitgeberpräsident forderte die IG Metall auf, in den am 16. November in Dortmund beginnenden Verhandlungen erkennbar mehr Realitätssinn zu zeigen. Es sei doch unumstritten, dass neue Arbeitszeitmodelle im Wettbewerb um Fachkräfte von entscheidender Bedeutung seien und dabei mehr Flexibilität eine zentrale Rolle spiele. „Ich kann mir da viel vorstellen, aber erst einmal muss die Arbeit gemacht werden. Und das bedeutet, dann länger zu arbeiten, wenn die Auftragslage dies erfordert. Eine Einbahnstraße zur kollektiven Arbeitszeitverkürzung wird es mit uns nicht geben“, erklärte Kirchhoff. Gar kein Verständnis habe er für die Forderung der Gewerkschaft, manchen Beschäftigtengruppen einen Lohnzuschuss zu gewähren. „Die IG Metall möchte offensichtlich, dass weniger zu arbeiten besser bezahlt wird als mehr zu arbeiten“, sagte Kirchhoff. Dies verstoße nicht nur gegen das Prinzip Leistung und Gegenleistung, sondern sei auch unter Gerechtigkeitsaspekten in der betrieblichen Wirklichkeit nicht zu vermitteln.

Pressemitteilung zum Forderungsbeschluss der IG Metall NRW - 24.10.2017