Präsident Kirchhoff: „Wir werden kein Geld für nicht geleistete Arbeit zahlen“

Metallarbeitgeber melden „erheblichen Gesprächsbedarf“ bei Arbeitszeit an

16.11.2017

Die nordrhein-westfälischen Metallarbeitgeber haben erheblichen Gesprächsbedarf beim Thema Arbeitszeit angemeldet. Dabei gehe es ausdrücklich auch um ein höheres Arbeitsvolumen, wenn Markt und Kunden dies verlangten, betonte der Präsident des Verbandes der Metall- und Elektro-Industrie Nordrhein-Westfalen (METALL NRW), Arndt G. Kirchhoff, nach der 1. Tarifverhandlung für die rund 700.000 Beschäftigten dieses Industriezweigs am Donnerstag in Dortmund. Erst wenn Unternehmen die notwendige Flexibilität bei der Arbeitszeit erhielten, könne über die individuellen Wünsche von Mitarbeitern nach reduzierter Arbeitszeit gesprochen werden. „Wir werden nur Arbeitszeitregelungen vereinbaren, die den betrieblichen Bedarf und die Anforderungen der Kunden berücksichtigen“, sagte Kirchhoff. Es könne nicht sein, dass Unternehmen künftig Aufträge ablehnen müssten, weil Arbeitszeitvolumen zur Verfügung stünde.

Das gesamte Forderungspaket mit Einkommensverbesserungen von sechs Prozent und einem individuellen Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung mit Entgeltzuschlag bezeichnete der NRW-Metallarbeitgeberpräsident als „völlig wirklichkeitsfremd“. Die Unternehmen hätten gewaltige Investitionen zu stemmen, um die Herausforderungen von Digitalisierung und Elektromobilität zu bewältigen. „Wenn die IG Metall überzogene Entgeltzuwächse und dazu auch noch kürzere Arbeitszeiten durchsetzen will, dann werden Unternehmen diese Investitionen an ihren ausländischen Standorten durchführen. Das würde klar zulasten deutscher Arbeitsplätze gehen“, erklärte Kirchhoff.

Einen Entgeltaufschlag auf nicht geleistete Arbeit im Rahmen einer Arbeitszeitverkürzung lehnte Kirchhoff als „völlig ungerechtfertigt“ ab. Das würde nicht nur gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung verstoßen, sondern auch Unruhe in die Belegschaften bringen. Einer Mitarbeiterin, die 28 Wochenstunden in Teilzeit arbeite, sei nicht zu erklären, warum ihr Vollzeit-Kollege bei entsprechend reduzierter Arbeitszeit mehr verdienen solle. „Wir werden kein Geld für nicht geleistete Arbeit zahlen“, sagte Kirchhoff.