Flexible Arbeitsbedingungen

Die tariflichen Regelungen in der Metall- und Elektroindustrie NRW bestimmen die Arbeitsbedingungen in tarifgebundenen Beschäftigungsverhältnissen. Zur Anpassung der Flächentarifverträge an die besonderen betrieblichen Erfordernisse halten diese ein ganzes Bündel von Flexibilisierungsinstrumenten für die Betriebe bereit. Durch Nutzung der vorhandenen Differenzierungs- und Gestaltungsmöglichkeiten können die Unternehmen Kostenentlastungen erreichen und Betriebsabläufe effizienter gestalten. Die Öffnungsklauseln in den M+E-Tarifverträgen bieten den Betrieben einen großen Spielraum – insbesondere im Bereich der Arbeitszeitgestaltung und auch bei den Tarifentgelten.


Arbeitszeitdauer

Die tarifliche Regelarbeitszeit beträgt 35 Wochenstunden. Durch Vereinbarung mit dem Arbeitnehmer kann sie für höchstens 18 Prozent der Beschäftigten auf bis zu 40 Stunden erhöht werden. Eine Absenkung der Arbeitszeit auf bis zu 30 Wochenstunden kann durch Betriebsvereinbarung für alle Beschäftigten oder auch nur für Betriebsteile erfolgen. Damit steht grundsätzlich ein Arbeitszeitkorridor zwischen 30 und 40 Wochenstunden zur Verfügung. Daneben ist eine betriebliche Absenkung der Arbeitszeit für Teilzeitarbeitnehmer auf bis zu 18 Stunden möglich. Bezahlt werden die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden.


6-Tage-Woche

Nach den M+E-Tarifverträgen kann die Arbeitszeit auf alle Werktage verteilt werden. Der Samstag ist nach dem Tarifvertrag ein regulärer Arbeitstag. Darüber hinaus ist Sonntagsarbeit im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen möglich.


Ausgleichszeitraum

Die vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit muss nicht in jeder Woche erreicht werden. Die M+E-Tarifverträge bieten einen Ausgleichszeitraum von bis zu 16 Monaten. In bestimmten Fällen (Auftragslage/Altersteilzeit) ist eine weitere Ausdehnung des Verteilzeitraums möglich.


Altersteilzeit

Arbeitnehmern der M+E Industrie kann auf Grundlage des Tarifvertrags zum flexiblen Übergang in die Rente (TV FlexÜ) ermöglicht werden, frühestens ab dem 55. Lebensjahr ihre Arbeitszeit um die Hälfte zu reduzieren. Im sogenannten "Blockmodell" wird die Arbeitszeit so verteilt, dass der Arbeitnehmer in der ersten Hälfte des Altersteilzeit-Arbeitsverhältnisses voll arbeitet, in der zweiten Hälfte dagegen nicht. Er arbeitet dann beispielsweise drei Jahre ab dem 57. Lebensjahr voll. Ab dem 60. Lebensjahr schließt sich eine ebenfalls dreijährige Freistellungsphase an. Danach geht der Arbeitnehmer in den Ruhestand. Über den gesamten Sechsjahres-Zeitraum erhalten die Altersteilzeitarbeitnehmer nach dem Altersteilzeittarifvertrag mindestens 82 Prozent ihres bisherigen Nettoeinkommens.

Für Beschäftigte ab Alter 57 besteht unter gewissen Voraussetzungen sogar ein Anspruch auf verblockte Altersteilzeit. Beansprucht werden kann eine maximal 6-jährige Altersteilzeit. Höchstens 4 Prozent der Beschäftigten des Betriebes können gleichzeitig Altersteilzeit hiernach beanspruchen. Im Übrigen kann Altersteilzeit auch ohne Anspruch nach den Bedingungen des TV FlexÜ einzelvertraglich frei vereinbart werden.


Entgeltfindung

Auf betrieblicher Ebene können vom Entgeltrahmenabkommen (ERA) abweichende Entgeltgrundsätze und -methoden vereinbart werden. So können ein anderer Entgeltgruppenaufbau und eine abweichende Grundentgeltfindung vereinbart werden. Zudem steht zur betrieblichen Disposition, ob die Arbeiten im Zeit- oder Leistungsentgelt verrichtet werden. Die Prämienvergütung sowie auch Zielvereinbarungen sind im vollen Umfang auf betrieblicher Ebene gestaltbar.


Zuschlagszahlungen

Die tarifvertraglichen Regelungen über die Vergütung von Zuschlägen für Mehr-, Spät-, Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit können auf betrieblicher Ebene durch eine Pauschalvergütung geändert werden. Die Betriebsparteien können auch von den Tarifregelungen abweichende Zeitspannen für Spät-, Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit festlegen.


Freizeitausgleich für Mehrarbeit

Auf betrieblicher Ebene kann festgelegt werden, dass Mehrarbeit ganz oder teilweise durch bezahlte Freizeit ausgeglichen wird. Wenn dieser Zeitausgleich innerhalb von zwei Monaten erfolgt, ist ein Mehrarbeitszuschlag nicht zu zahlen.


Jahressonderzahlung

Bei der tariflichen Jahressonderzahlung kann auf betrieblicher Ebene die Höhe dieser Leistung vom jeweiligen Krankenstand abhängig gemacht werden. Die Betriebsparteien können darüber hinaus von dem tariflich festgelegten Auszahlungszeitpunkt abweichen.


Reisezeitvergütung

Die Reisezeitvergütung kann abweichend vom Tarifvertrag betriebsindividuell von den Betriebsparteien geregelt werden


Sonderfallregelungen

In besonders gravierenden Fällen (z. B. zur Insolvenzabwendung) kann von allen Tarifbestimmungen der nordrhein-westfälischen Flächentarifverträge der M+E-Industrie abgewichen werden. Die Tarifvertragsparteien haben sich verpflichtet, sich um "maßgeschneiderte" Sonderregelungen für den Betrieb zu bemühen.

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