Metall- und Elektroindustrie in NRW: Das Herz der Industrie

Das Herz des Industrielandes

Die Metall- und Elektroindustrie (M+E-Industrie) ist die größte Industriebranche Nordrhein-Westfalens. Im Jahr 2025 waren hier rund 657.552 Menschen in 5.789 Betrieben beschäftigt. Dazu zählen unter anderem der Maschinenbau mit 1.452 Betrieben, die Herstellung von Metallerzeugnissen mit 2.042 Betrieben, die Elektroindustrie mit 801 Betrieben und die Automobilindustrie mit 265 Betrieben. Weitere 929 Betriebe entfallen auf die Herstellung sonstiger Waren sowie auf die Reparatur und Installation von Maschinen und Ausrüstungen. Der Gesamtumsatz lag bei etwa 186 Milliarden Euro. Davon entfielen rund 98 Milliarden Euro auf das Auslandsgeschäft und rund 88 Milliarden Euro auf den Inlandsumsatz.

Die M+E-Industrie: Eine heterogene Multibranche, mittelständisch geprägt

Die M+E-Industrie umfasst eine Vielzahl unterschiedlicher Teilbranchen – von der Metallerzeugung über den Maschinenbau bis hin zur Elektroindustrie und zum Fahrzeugbau. Die Unternehmen produzieren überwiegend Investitions- und Vorleistungsgüter, teilweise aber auch Konsumgüter. Sie ist keine homogene Branche. Während Teilbereiche wie die Metallerzeugung am Anfang industrieller Wertschöpfungsketten stehen, fertigen andere Branchen Endprodukte wie Maschinen, Fahrzeuge oder elektronische Erzeugnisse. Entsprechend unterschiedlich reagieren die einzelnen Teilbranchen auf konjunkturelle Schwankungen, Energiepreise, globale Nachfrage oder strukturelle Veränderungen im internationalen Wettbewerb.

Die breite industrielle Aufstellung Nordrhein-Westfalens stabilisiert die M+E-Industrie, ersetzt jedoch keinen dominierenden Wachstumstreiber. Staatliche Nachfrageimpulse – etwa durch Infrastrukturprogramme, Klimaschutzinvestitionen oder höhere Verteidigungsausgaben – wirken derzeit vor allem in einzelnen Teilbereichen wie dem sonstigen Fahrzeugbau. Für eine breit angelegte industrielle Erholung reicht dies bislang nicht aus.

Die nordrhein-westfälischen M+E-Industrie ist besonders mittelständisch strukturiert. Obwohl etwa 17 Prozent aller Beschäftigten der deutschen M+E-Industrie in Nordrhein-Westfalen tätig sind, entfallen auf das Land etwa 23 Prozent aller M+E-Betriebe in Deutschland. Dies weist auf eine vergleichsweise kleinteilige und besonders mittelständisch geprägte Betriebsstruktur in Nordrhein-Westfalen hin. Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei rund 208 Beschäftigten je Betrieb. Die mittelständische Prägung zeigt sich auch in der Mitgliederstruktur von METALL NRW: Rund 45 Prozent der tarifgebundenen Mitgliedsbetriebe beschäftigen weniger als 100 Mitarbeiter. Bei den Mitgliedsbetrieben ohne Tarifbindung beträgt dieser Anteil rund 74 Prozent. Die nordrhein-westfälische M+E-Industrie ist damit stärker mittelständisch geprägt als die M+E-Industrie anderer Bundesländer.

Internationale Branche M+E: Wachsende Verflechtung mit dem Ausland

Die nordrhein-westfälische M+E-Industrie ist eng mit den internationalen Märkten verflochten. Im Jahr 2025 erzielten die M+E-Betriebe in Nordrhein-Westfalen einen Gesamtumsatz von rund 186 Milliarden Euro. Davon entfielen etwa 98 Milliarden Euro auf das Auslandsgeschäft und rund 88 Milliarden Euro auf den Inlandsumsatz.

Europa ist der wichtigste Absatzmarkt der nordrhein-westfälischen M+E-Industrie. Außerhalb Europas zählen insbesondere die USA und China zu den bedeutenden Exportmärkten. Die hohe internationale Verflechtung macht die Branche zugleich besonders abhängig von der Entwicklung der Weltwirtschaft, geopolitischen Spannungen und den internationalen Standortbedingungen.

Die seit 2018 anhaltende strukturelle Schwäche der deutschen Industrie, steigende Energie- und Arbeitskosten sowie zunehmende internationale Konkurrenz belasten die Wettbewerbsfähigkeit der M+E-Industrie zunehmend.